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Ortsgemeinde Trimbs

+49 2654-6081 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. Bürgersprechstunde im Bürgerhaus Montags 18:00-19:00 Uhr

Der Schieferabbau in Trimbs – Tradition, Mühe & Erbe

Vom Rohstoff zum Lebensunterhalt Die Ausläufer des Rheinischen Schiefergebirges prägen die Region um Trimbs.

Fast 200 Jahre lang formte der Abbau von Dach- und Wandschiefer den Ort. Die mühsam gebrochenen Platten fanden Verwendung in Häusern und Mauern – einige davon stehen noch heute, wie das Steinhaus von 1911Familienbetrieb & harte Arbeit Früher gab es 37 Kleinstbetriebe, denn jeder durfte nach Schiefer suchen. Später regelten Bergrechte den Abbau. Für Großfamilien war der Schiefer oft die einzige Einnahmequelle. Die Arbeit war hart:

  • Stollen graben, Schutt wegräumen, Steine schleppen
  • Frauen und Mädchen trugen Lasten mit dem „Schabernack“ (gepolstertes Kissen) auf dem Rücken
  • Männer schleppten schwere Blöcke – oft mit gesundheitlichen Folgen wie Silikose (Staublunge)

Die großen Gruben Mit der Industrialisierung entstanden größere Betriebe, darunter:

  • Grube „Wilbert“ (Trimbs) – bis 1974 in Betrieb
  • Grube „Margareta“ (Nettesürsch) – mit Serpentinentunnel (weltweit erster seiner Art)
  • Mosellaschacht (Mayen) – 300 m tief, bis 1984 die tiefste Grube Deutschlands
  • Grube Katzenberg (Mayen) – bis 2019 die größte Schiefergrube Europas (10. Sohle auf 354 m)
Grube Wilbert
Grube Wilbert Name im Volksmund - Fritze Kaul - gehörte zur Firmengruppe Rathscheck Schiefer Mayen Bis etwa zur Jahrhundertwende Grube „Pauline“. Förderschacht mit 6 Stollen, ca. 180 m tief. Aus wirtschaftlichen Gründen 1974 stillgelegt.
Grube Margareta
Grube Margareta Name im Volksmund - De Kellbach - Firmengruppe Rathscheck Schiefer Mayen Ab 1870 Schieferabbau durch Stollen und Schrägschacht. 1928 Errichtung des heute noch erhaltenen Schachtgerüstes. 1975 Abteufen des Schachtes bis zur 7. Sohle auf 220 m. 1994 Bau des weltweit ersten Serpentinentunnels als Hauptförderstrecke. 2011 Verkauf des alten und nicht mehr betriebsnotwendigen Grubengebäudes Margaret.

Mosellaschacht

Mosellaschacht Im Volksmund "Hoorse Loch" genannt - Ab 1860 Stollenbetrieb parallel zur Grube Barbara am Südwesthang des Trimbser Berges. 1893 Schachtgerüst mit Fördermaschine. Die Grube Mosellaschacht war mit 300 m und 10 Sohlen bis zu ihrer Stilllegung 1984 die tiefste Deutschlands.

Grube Katzenberg
Katzenberg Sitz der Firmengruppe Rathscheck Schiefer. Stadt Mayen.

Technik & Traditio

  • „Et Elektrisch“: 1906 baute die Grube Margareta ein eigenes Wasserkraftwerk für die Stromversorgung.
  • Bergmannsbrauchtum: Der Barbaratag (4. Dezember) ehrte die Schutzpatronin der Bergleute – eine Barbarafigur ziert noch heute die Kirche in Trimbs.
  • „Glück auf!“: Der traditionelle Gruß markierte den Schichtbeginn – doch die Arbeit blieb gefährlich.

Vom Transport zur Legende Die Eisenbahn (ab 1905) erleichterte den Abtransport. Der Begriff „Moselschiefer“ (seit dem 17. Jh.) steht heute für höchste Qualität – ein Erbe, das bis heute weiterlebt.

💡 Ein Stück Geschichte erleben Die Spuren des Schieferabbaus sind in Trimbs allgegenwärtig – von historischen Stollen bis zu den letzten aktiven Gruben. Ein Stück harter Arbeit, Tradition und Innovation.

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